6. September 2012

Begegnungen: rustikale Mirabellen-Walnuss-Tarte mit Rosmarin


Messezeit. Es leuchtet rot.

In den vergangenen Tagen stolperten wir an großen S- und U-Bahn-Stationen und am Hauptbahnhof immer wieder über große rote Ballons. Mit "groß" meine ich wirklich groß. Übermenschengroß. Ein Glück, denn so konnte man gar nicht übersehen, dass die IFA ihre Pforten öffnete.

IFA? Internationale Funk-Ausstellung. Altmodisch allein dem Namen nach.

Jungs vor ihren Funkgeräten. Väter mit Kopfhörern, die irgendwelche unverständlichen Dinge in mächtige Mikros sprechen. Das "sehe" ich, wenn ich IFA höre. Dem ist natürlich heute überhaupt nicht mehr so. Wir Frauen kommen auch auf unsere Kosten! Damit meine ich nicht nur die Hausgeräte, die es erst seit ein paar Jahren zu bewundern gilt - und die natürlich auch das Männerherz begeistern ... (Ein netter Nebeneffekt: Es lässt sich prima durchfuttern auf der IFA, für einen Foodblogger natürlich essenziell!)

Nein, für uns Frauen gibt es Technik von morgen zu bestaunen. Wir wischen über Bildschirme und lassen andere putzen. Wir können mit den Handys spielen, die wir uns ganz bald kaufen wollen. Wir fachsimpeln über Fotografie und andere Leidenschaften. Wir setzen uns 3D-Brillen auf und verlieren uns in Raum und Zeit. Ein großer Technikspielplatz nur für uns allein. Und die paar Tausend anderen, überwiegend Männer, die sich mit uns durch die Hallen schieben und überall, aber auch überall stehen bleiben müssen.

Dann auf einmal vor uns eine Küchenzeile. Dahinter Stefan Marquard. Und die anderen Drei, die ihn schmuck einrahmen, die kennen wir doch? Die Augen weit aufgerissen. Tatsache. Juliane von Schöner Tag noch!, Zorra von 1x umrühren bitte und Annette von culinary pixel. It's showtime! Das große Blogger-Kochduell. Und wir dabei als Foodblogger-Groupies, was für ein Spaß. Über die Kocherei will ich mich an dieser Stelle nicht auslassen, die Berichte findet ihr auf den Blogs der Mädels. Was hier aber unbedingt gesagt werden muss: Es war uns eine große Freude, euch Drei kennengelernt zu haben!

Und warum habe ich bei so einem vollen Wochenendprogramm eine rustikale Mirabellen-Walnuss-Tarte mit Rosmarin gebacken? Das muss an einem besonderen Menschen gelegen haben ...


Die Zutaten für eine Tarte von ungefähr 26 bis 28 cm Durchmesser:
Für den Teig:
100 g Walnüsse, gemahlen
180 g Mehl (Type 1050) + ggf. 1 bis 2 EL
Prise feines (Meer-)Salz
30 bis 50 g brauner Zucker
100 g Butter, kalt
1 Ei (Größe M), verquirlen
ggf. etwas kaltes Wasser

Für die Füllung:
400 bis 500 g reife, aber noch feste Mirabellen
2 große Zweige frischer Rosmarin
1 EL Zucker
eine Handvoll Walnüsse, grob hacken

Walnüsse, Mehl, Salz und braunen Zucker mischen (wer den Teig gut süß mag, nimmt mehr Zucker als 30 g). Die Butter direkt aus dem Kühlschrank genommen in kleine Würfel schneiden und in die Nuss-Mehl-Mischung geben. Zügig zu einem bröseligen Teig verarbeiten. Am Schluss das verquirlte Ei einarbeiten. Kneten, bis der Teig homogen ist. Ggf. noch etwas Mehl zufügen, wenn er zu klebrig ist oder etwas kaltes Wasser, wenn er zu bröselig bleibt. Im Kühlschrank mindestens 1 Stunde ruhen lassen.

In der Zwischenzeit die Mirabellen waschen, halbieren und den Stein entfernen. Von den Rosmarin-Zweigen die Nadeln zupfen und fein hacken. Mit dem Zucker mischen und zu den Mirabellen geben. Gut vermengen, abdecken und ziehen lassen, bis der Teig vorbereitet ist, mindestens eine halbe Stunde. Die Früchte verlieren in der Zeit Flüssigkeit, nehmen das Rosmarin-Aroma auf und durchnässen beim Backen nicht den Teig.

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorwärmen.

Nach der Ruhezeit den Teig kurz durchkneten und am besten direkt auf dem Backpapier zu einer großen Scheibe von etwa 35 cm Durchmesser ausrollen. Mirabellen abtropfen und in der Mitte direkt auf dem Teig verteilen, jedoch einen etwa 3 cm breiten Rand lassen. Sind alle Mirabellen verteilt, den Rand nach innen umklappen. Falls der Teig reißt, gut zusammendrücken, damit beim Backen nichts herauslaufen kann. Die grob gehackten Walnüsse verteilen. Ungefähr 40 Minuten auf mittlerer Schiene backen.

Nach dem Herausnehmen entweder ein bisschen oder ganz abkühlen lassen. Denn die Tarte schmeckt sowohl warm als auch kalt.


Habe ich zwar nicht probiert, ist mit Sicherheit auch ein Genuss: etwas (Rosmarin-)Sahne oder (Rosmarin-)Eis dazu? Diese Kombination aus wirklich rustikaler Tarte und Sahne oder Eis stelle ich mir sehr fein vor. Ein Widerspruch?

Mitnichten, versichert euch


PS: Die liebe Zorra wird 8. Naja, ihr Blog 1x umrühren bitte, um genau zu sein. Und sie wünscht sich "was mit Walnuss". Wir hätten hier etwas für ihre Feierlichkeiten!

Blog-Event LXXXI - Knacken & Backen und eine KitchenAid gewinnen! (Einsendeschluss 15. September 2012)

Kommentare:

  1. Sooo liebe ich Kuchen. Dünn, saftig und mit Walnüssen.
    Ganz sicher meine Lieblingsnuss!!
    Habt' ihr eine Konditorei von der ich nichts weiß??
    Ich wäre Stammgast.

    AntwortenLöschen
  2. Die Freude war ganz auf meiner Seite!
    viele Grüße aus München .. die Tarte sieht übrigens unwiderstehlich aus.. :)
    *annette

    AntwortenLöschen
  3. Welch göttliches Rezept!
    Ich schau mir diesen Beitrag heute schon zum 5. mal an und werde gleich in den Bildschirm beißen, ich muss unbedingt schauen, dass ich irgendwo Mirabellen bekommen ;)

    LG, Stephi

    AntwortenLöschen
  4. @Sybille: Öhm ... zu Hause. Aber die kennst Du ja! Und bist schon Stammgast :)

    @Annette: :) Besten Dank und bis auf bald!

    @Stephi: Uijuijui, dann aber ganz flott. Freue mich auf Dein Feedback :) Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
  5. hm, wunderbar, mit Walnüssen, da bin ich auch dabei
    Lieben Gruß
    Gaby

    AntwortenLöschen
  6. Herrlich! Ich liebe Mirabellen. Und diese Tarte ist ganz nach meinem Geschmack, hättest Du ruhig was davon mitbringen können ;-))

    Hat mich total gefreut, euch beide kennenzulernen! Schön war´s mit euch in Berlin und ich komme gerne wieder.

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

    AntwortenLöschen
  7. Tolle Idee mit den gemahlenen Walnüssen im Teig. Überhaupt finde ich die ganze Tarte sehr gelungen! Hach, nach einem anstrengenden Tag wäre das genau, aber haargenau das Betthupferl meiner Wahl!

    AntwortenLöschen
  8. Also ich kann schonmal berichten: ich hab alles gekauft, morgen will ich backen ;) Bin schon total gespannt, werde dir berichten, wie es geworden ist =) Vor allem, weil ich noch nie Mirabellen verwendet oder gegessen habe - eine Premiere also bei mir ^^

    LG, Stephi

    AntwortenLöschen
  9. Wow. Sieht diese Tarte gut aus! Und bei den Gedanken, dass da noch Walnüsse drinnen sind, läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen. Und das Ganze mit Mirabellen und Rosmarin. Himmlisch!

    AntwortenLöschen
  10. @Gaby: unsere Zeit beginnt gerade, stimmt's? ;) Liebe Grüße!

    @Juliane: Es war ein tolles Wochenende, Du bist immer ganz herzlich willkommen! Beim nächsten Mal komme ich dann mit süßem Gepäck :)

    @grain de sel: Sie war mein Betthupferl! Ich konnte mich kaum beherrschen, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit ...

    @Stephi: Ich bin sehr gespannt auf Deinen Bericht! Es war übrigens auch meine Mirabellen-Premiere :) Liebe Grüße!

    @Anna Purna: Danke! Die Tarte ist ein rustikaler Traum :)

    AntwortenLöschen
  11. Es war wunderbar dich kennenlernen zu dürfen! Und wie vermutet sind wir auf der gleichen Wellenlänge. Du schon wieder mit diesem köstlichen Kuchen! Danke!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Meine Worte :) Ich hoffe auf ein Wiedersehen! Bis dahin reiten wir weiter auf unserer Welle.

      Löschen
  12. Hm, klingt gut, ich kenne da einen Mirabellenbaum, der vor ein paar Wochen einen guten Fruchtansatz gezeigt hat... und da sich niemand um die Früchte kümmert, sondern alle einfach nur reinlatschen... da werde ich gleich mal einen kleinen Ausflug Richtung Fürth machen!
    Viele Grüße und noch einen schönen Tag, Hexle

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dann solltest Du den Ausflug bald machen :) Bevor andere dieses Rezept lesen und denselben Gedanken haben ;) Dir ein schönes Wochenende!

      Löschen
    2. Das Schöne ist, dass viele Leute gar nicht wissen, dass dies ein Mirabellenbaum ist (entweder weil sie den Baum nicht kennen oder weil er aufgrund seines schattigen Standorts viel später als die anderen Bäume in der Stadt fruchtet) oder sie zu faul sind, Früchte aufzuklauben (er ist so hoch, oben abpflücken ist nicht drin). Man muss halt wegen der Hunde und Radfahrer (der Baum liegt am Pegnitzradweg nach Fürth - und manche rasen) aufpassen. Ich habe jedenfalls noch genügend gefunden. Dir ebenfalls noch einen schönen Sonntag, Hexle

      Löschen
    3. Kann es sein, dass die diesjährige Mirabellenzeit arg kurz war? Oder hatte ich nur den Kopf woanders? Das wird's sein ;)

      Löschen
  13. Huhu,

    die Tarte ist wirklich oberlecker, werde ich auf jeden Fall wieder backen, am So kommt dann der Bericht in meinem Blog ;)
    Vielen lieben Dank für das Rezept.

    LG, Stephi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Habe ich gesehen und mich riesig gefreut :) Gern geschehen, liebe Grüße und bis bald!

      Löschen
  14. Sehr lecker, die Tarte. Habe statt Mirabellen Kriecherl verwendet.

    LG Birgit

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich muss zugeben, ich habe erst einmal das Fremdwort recherchieren müssen. Wieder etwas gelernt! :D Freut mich sehr, dass die Tarte Dir gemundet hat, liebe Grüße :)

      Löschen

Wir freuen uns über Meinungen, Hinweise, Tipps und Tricks! Bitte kommentiert mit einem Namen, einer Abkürzung oder einem Nick, damit wir euch direkt ansprechen können. Danke!